Veganwas? Was du über Veganuary wissen musst.

Ein weiteres Phänomen ist aus dem angelsächsischen Raum in der Schweiz angekommen: der Veganuary. Heute erzähle ich euch, was sich dahinter versteckt, wie das Ganze entstanden ist und wie ihr teilnehmen könnt, auch wenn der Januar bereits angefangen hat.


Der erste Veganuary fand 2014 im Vereinigten Königreich statt. Warum gerade im Land des Union Jacks? Nun, im Vereinigten Königreich sind Challenges allgemein sehr beliebt. Viele Inselbewohner schwören z.B. nach den Exzessen über die Feiertage dem Alkohol gänzlich ab und begehen den sog. Dry January (trockener Januar). Auch der Movember hat seinen Ursprung im United Kingdom: Viele Männer lassen sich im November einen Schnauz wachsen, um auf Prostatakrebs (und mittlerweile auch die hohe Selbstmordrate bei Männern unter 40) aufmerksam zu machen. Wie ihr seht, sind die Briten sehr begeisterungsfähig, wenn es um solche Kampagnen geht. :)



Nun aber zurück zum eigentlichen Thema. Bei Veganuary geht es spezifisch darum, sich den gesamten Januar über vegan zu ernähren. Der bewusste Verzicht auf tierische Produkte wie Fleisch, Geflügel, Fisch, Milch, Eier, Käse und Joghurt soll einerseits eine gesundheitliche Entlastung für den Körper ermöglichen. Denn die Verdauung von tierischen Produkten verlangen dem Körper viel ab. Bei der Verstoffwechselung von Fleisch et al wird das Milieu im Körper sauer. Um wieder ein Gleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt herzustellen, bleibt dem Körper oft nichts anderes übrig, als basische Mineralien aus körpereigenen Strukturen wie Knochen und Zähnen herauszulösen.

Die gesundheitlichen Vorteile einer pflanzenbasierten Ernährungsweise gehen aber noch viel weiter. Durch die Reduktion von entzündungsfördernden Lebensmitteln wie z.B. Kuhmilchprodukte oder verarbeitete Wurstwaren wird das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Stoffwechselleiden wie Diabetes Typ 2 um ein Vielfaches reduziert. Falls ihr mehr darüber wissen wollt, kann ich diesem Thema gerne einen separaten Beitrag widmen.


Und dann ist da natürlich auch noch die Ethik. Im Jahr 2020 will wohl niemand mehr behaupten, dass das Töten von Tieren für Ernährungszwecke mit ethisch-moralischen Prinzipien zu vereinbaren ist. Deshalb kann der bewusste Verzicht auf tierische Produkte im Rahmen einer Challenge wie Veganuary auch als Testversuch fungieren, um einfach unverbindlich auszuprobieren, wie das denn überhaupt gehen soll, sich ganz ohne tierische Produkte zu ernähren. Ich nehme es vorneweg: Es ist viel leichter als gedacht.





Und schliesslich überzeugt die vegane Ernährung auch in ökologischer Hinsicht. Denn vereinfacht gesagt, streichen wir Veganer ja einfach die Mittelsmänner aus der Nahrungskette: Anstatt die Kuh mit Getreide und Gras zu füttern, bis sie geschlachtet wird, essen wir gleich direkt das Getreide. Und ja, der tägliche Proteinbedarf kann auch spielend einfach mit einer veganen Ernährung gedeckt werden. Denn erstens brauchen wir nicht so viel Protein, wie uns das geschickte Marketing eingängiger Lebensmittelmultis weismachen will; andererseits wette ich mal einfach so ins Blaue hinaus, dass die Meisten ja sowieso keine Ahnung haben, wie viel Protein sie a) für ihren Lebensstil täglich benötigen und sie b) täglich zu sich nehmen. Aber auch das ist ein Beitrag für sich, den ich gerne ein ander Mal mit wissenschaftlich fundierten Quellen mit euch teile.


Aber was könnt ihr nun tun? Ganz einfach. Anstatt euch nur darauf zu fokussieren, was ihr jetzt alles nicht mehr essen könnt, würde ich den Spiess einfach umdrehen: Geht auf Entdeckungsreise. Seht, was es denn ausserhalb eurer gewohnten Speisen sonst noch so gibt. Die indische Küche ist z.B. sehr vegan-freundlich; aber auch die italienische oder thailändische Tradition wartet mit unerwartet vielen veganen Leckereien auf.

Habt nicht die Erwartung, gleich euer ganzes Leben von null auf hundert umzukrempeln. Beginnt mit einer veganen Mahlzeit am Tag, z.B. dem Frühstück, und arbeitet euch dann weiter.

Falls ihr glaubt, dass ihr euch den Veganismus nicht leisten könnt: Lebensmittel braucht ihr nicht für teures Geld im Reformhaus zu kaufen (obwohl ein Besuch - für mich zumindest - immer ein Erlebnis ist!). Coop ist mein Supermarkt des Vertrauens; die Auswahl an veganen Produkten erstaunt und begeistert mich immer wieder aufs Neue. Und kompliziert muss es übrigens auch nicht sein: Denn in der Obst- und Gemüseabteilung ist alles vegan. Schön, nicht?


Namasté

Barbara

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2020 © Barbara Jaeggi

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