Smartphones und unsere Gedankenwelt

Eines vorneweg: Die Idee zu diesem Blogpost stammt nicht von mir, sondern von Mark Manson. In seinem Blogpost «Smartphones Are the New Cigarettes» beleuchtet er das Thema Aufmerksamkeitsverschmutzung näher. Seine Gedanken zu diesem Thema haben bei mir grossen Anklang gefunden, und deshalb möchte ich diese heute mit euch teilen.




Mark beginnt seinen Artikel mit einer kleinen Anekdote aus dem Training. Er besucht regelmässig ein Bootcamp, und er geriet an eine der Teilnehmerinnen in ebendiesem Bootcamp, weil diese ständig ihr Smartphone checkte. Mir ist das übrigens erst kürzlich auch passiert: Das Handy einer meiner Yoga-Schülerinnen klingelte (kann passieren) - als die Dame dann wirklich ran ging, habe ich sie aus dem Kursraum verwiesen. Ich kann Marks Ärger daher sehr gut verstehen. Denn was kann bitteschön so wichtig sein, dass man nicht einmal 60 Minuten lang ohne sein Smartphone trainieren kann? Klar, es gibt immer Notfallsituationen, aber solche Ausnahmefälle sind zum Glück ja sehr selten und stossen deshalb auch auf Verständnis. Weder Mark noch ich sprechen von diesen Situationen. Sondern von Menschen, denen das Smartphone anscheinend an der Hand festgewachsen ist. Denn auch ich beobachte immer mehr Menschen, die nicht mehr den Moment geniessen können, sondern die Welt durch den Bildschirm ihres Smartphones wahrnehmen. Da gibt es Leute, die filmen halbe Konzerte mit – und ich zweifle ernsthaft daran, dass diese Videos nur schon einmal wieder angeschaut werden. Dann gibt es andere Menschen, die nicht einmal bei einem gemütlichen Abendessen mit Freunden ihr Smartphone in der Tasche lassen können.


So werden unsere Gedanken ständig unterbrochen. Immer mehr Informationen prasseln immer schneller auf uns ein. Die tragische Konsequenz davon: Es fällt uns immer schwieriger, unsere Aufmerksamkeit zu fokussieren. Doch was bringt uns das eigentlich? Wenn wir fast in Echtzeit wissen, welche fatalen Entscheidung Donald Trump heute gefällt hat? Anstatt uns mit uns selbst zu beschäftigten, müllen wir unser Hirn lieber mit für uns und unser Leben irrelevanten Facts zu. Oder wenn wir fast sehnsüchtig darauf warten, wie viele Likes unser neuster Post auf Instagram oder Facebook bekommt? Wir sind zwar mit der ganzen Welt vernetzt, und doch fühlen sich viele Menschen so einsam wie noch nie. Denn was uns fehlt, sind richtige Verbindungen zu echten Menschen.


Was das alles mit uns anstellt? In einer Studie aus dem Jahre 2010 wurden tausende Studienteilnehmer willkürlich in ihrem Alltag gestört – durch Meldungen auf ihr Smartphone. In diesen Meldungen wurden die Testpersonen gefragt, 1) wie glücklich sie sich fühlten, 2) was sie gerade taten und 3) worüber sie gerade nachdachten. Die Studie zeigte auf, dass es eigentlich egal war, was die Studienteilnehmer gerade taten. Wenn ihre Gedanken herumschweiften, anstatt dass sie sich auf die Tätigkeit fokussierten, die sie gerade ausübten, waren sie weniger glücklich. Und tragischerweise antworteten die Teilnehmer zu 47% aller Befragungszeitpunkte, dass ihre Gedanken herumschweiften. Wie gesagt, die Studie stammt aus dem Jahr 2010, als Smartphones noch klein und relativ bedeutungslos waren. Wie das wohl heute aussehen würde?


Natürlich bin auch ich im Web unterwegs. Und auch ich liebe die Möglichkeiten, die mir mein Smartphone und Social Media bieten. Durch neue Technologien sind wir aber auch jederzeit und immer erreichbar – und das wird anscheinend auch erwartet. Ich will mich davon aber nicht versklaven lassen. Meine Privatsphäre ist mir heilig, und mir ist ein achtsamer Umgang mit meinem Smartphone sehr wichtig. Meldungen auf meinen Sperrbildschirm lasse ich nur von ganz wenigen Apps zu. In unserem Schlafzimmer herrscht eine Handy-freie Zone. Beim Training bleibt mein Phone in der Umkleidekabine. Und zwischendurch gönne ich mir einen störungsfreien Sonntag, indem ich mein iPhone auf Flugmodus schalte. Probiert es doch selbst mal aus und erzählt mir, wie ihr euch danach gefühlt habt.


Namsté!

Barbara

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2020 © Barbara Jaeggi

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